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Milben im Bett erkennen ohne sie zu sehen

7 Minuten Lesezeit
Zerwühlte weiße Bettdecke mit einem aufgeschlagenen Buch im hellen Morgenlicht

Sauber aussehen und milbenfrei sein sind zwei verschiedene Dinge. Auch auf einem frisch gereinigten Kissen können noch Tausende Milben sitzen, die im Bett schwer zu erkennen sind.

Hausstaubmilben leben in jeder Wohnung, und ein Bett ohne Milben gibt es nicht. Milben im Bett erkennen funktioniert deshalb anders, als viele erwarten: Sehen können Sie die Tiere nicht, und gebissen haben sie auch niemanden. Für die meisten Menschen sind sie harmlos. Wenn Sie morgens niesen oder nachts Stiche entdecken, klären Sie das am besten in der Arztpraxis.

Auf einen Blick

  • Hausstaubmilben sind mit bloßem Auge nicht zu sehen und beißen nicht.
  • Beschwerden wie Niesen und tränende Augen klärt ein Allergietest, ein Milbentest für zu Hause hilft dabei wenig.
  • Rote Stiche im Bett haben eine andere Ursache und gehören geprüft.
  • Bettwäsche bei mindestens 60 Grad zu waschen und regelmäßig zu lüften, reicht ohne Allergie aus.

Milben im Bett erkennen Sie nicht mit bloßem Auge

Hausstaubmilben sind nur 0,1 bis 0,5 Millimeter groß und erst unter dem Mikroskop zu erkennen. Sie brauchen also nicht mit der Taschenlampe über die Matratze zu leuchten. Schätzungsweise leben zwei bis zehn Millionen Milben in einer Matratze. Selbst auf einem frisch gereinigten Kopfkissen können noch bis zu 10.000 sitzen.

Das hat wenig mit Sauberkeit zu tun. Keine Wohnung ist frei von Hausstaubmilben, und eine Milbenallergie ist kein Zeichen für einen unhygienischen Haushalt. Die Tiere leben vor allem von Hautschuppen. Im Bett finden sie davon reichlich, dazu Feuchtigkeit, denn im Schlaf schwitzen Menschen pro Nacht rund 200 Milliliter aus.

Im Handel gibt es Milbentests für zu Hause. Ein bekanntes Verfahren misst den Stoff Guanin aus dem Milbenkot, spricht aber auch auf andere Guaninquellen an. Viel gewinnen Sie damit ohnehin nicht. Milben gibt es in jeder Wohnung, und ob Ihr Körper auf sie reagiert, zeigt so ein Test nicht.

Hausstaubmilben beißen nicht

Hausstaubmilben saugen, beißen und stechen nicht und übertragen auch keine Krankheiten. Zum Problem werden sie nur für Menschen mit einer Allergie. Die Beschwerden lösen vor allem bestimmte Stoffe im Kot der Milben aus, und der wird mit dem Staub eingeatmet.

Bei Beschwerden klärt die Praxis die Ursache

Niesen, eine laufende oder verstopfte Nase und tränende, juckende Augen können viele Ursachen haben, darunter eine Hausstauballergie. Sicher klären lässt sich das nur mit einem Allergietest beim Facharzt. Den ersten Schritt machen Sie am besten in Ihrer Hausarztpraxis. Auch rote Flecken und Juckreiz lassen sich am Aussehen schwer zuordnen. Lassen Sie sie in einer Hautarztpraxis ansehen, besonders wenn es nachts stark juckt oder sich feine Gänge in der Haut zeigen.

Bettwanzen erkennen Sie dagegen nicht an der Haut, sondern am Bett. Das sind kleine, rötlich-braune Insekten, und anders als Milben hinterlassen sie sichtbare Spuren: dunkle Kotpunkte und kleine Blutflecke auf dem Laken. Suchen Sie auch die Spalten im Bettgestell und an der Matratze ab. Wenn Sie ein Tier oder Eier finden, wenden Sie sich am besten an Fachleute für Schädlingsbekämpfung. Auch Bettwanzen haben übrigens nichts mit mangelnder Hygiene zu tun.

In der Heizperiode zerfallen viele Milben

Ein häufiger Irrtum: Im Winter gebe es mehr Milben, weil die Heizung läuft. Es verhält sich umgekehrt. Die Milben vermehren sich vor allem von Mai bis Oktober. Sie mögen es feucht, und ideal sind für sie rund 25 Grad bei 65 bis 80 Prozent Luftfeuchtigkeit. Durch das Heizen sinkt die Raumluftfeuchte stark, und viele Milben sterben ab. Ihre Körper und ihr Kot zerfallen, die Allergene werden in großen Mengen frei und aufgewirbelt.

Für Allergiker bedeutet das: Die Beschwerden können auch in den Herbst- und Wintermonaten auftreten, obwohl die Zahl der Milben gesunken ist. Eine trockenere Luft allein löst das Problem daher nicht. Wenn Sie Bettdecken im Schlafzimmer kräftig ausschütteln, wirbeln Sie außerdem Staub auf und atmen die Allergene mit ein.

Waschen und Lüften sind die Grundlage

Wenn Sie keine Allergie haben, reichen die klassischen Vorsorgemaßnahmen aus. Für Allergiker sind sie der Anfang. Am meisten erreichen Sie im Schlafzimmer, wenn Sie mehrere Dinge kombinieren.

Bett mit zurückgeschlagener Decke und unbedeckter Matratze vor einem weit geöffneten Fenster
Das Bett darf ruhig ungemacht bleiben, wenn morgens das Fenster offen steht. So kann die Feuchtigkeit aus der Nacht entweichen.

Checkliste

  • Bettwäsche alle ein bis zwei Wochen wechseln und bei mindestens 60 Grad mit einem pulverförmigen Vollwaschmittel waschen.
  • Decken und Kissen etwa alle drei Monate bei 60 Grad waschen, wenn das Pflegeetikett es erlaubt.
  • Das Bett morgens nicht sofort machen und beim Stoßlüften die Matratze unbedeckt lassen.
  • Das Schlafzimmer bei etwa 18 bis 20 Grad halten und regelmäßig lüften, damit sich kein Schimmel bildet.
  • Unter dem Bett nichts lagern, damit die Matratze auch von unten Luft bekommt.
  • Glatte Böden feucht wischen und Teppiche mehrmals pro Woche absaugen.

Luftbefeuchter und Pflanzen sind im Schlafzimmer ungünstig, weil sie das Milbenwachstum fördern können. Matratzen sollten Sie alle sieben bis zehn Jahre erneuern. Plüschtiere können Sie 24 Stunden in die Tiefkühltruhe legen. Das tötet die Milben ab, der Kot bleibt aber drin, deshalb wirkt das Waschen bei 60 Grad besser. Das Bettzeug bei leichtem Frost auf den Balkon zu legen, bringt dagegen wenig: Im Versuch machten minus 4 Grad den Milben kaum etwas aus.

Schutzbezüge und Sprays lohnen sich nur mit klarem Grund

Milbendichte Bezüge gibt es für Matratzen, Kissen und Decken. Sinnvoll sind sie vor allem für Menschen mit einer festgestellten Allergie, und auch dort als Teil mehrerer Maßnahmen. Eine Übersichtsarbeit von Cochrane fand 2010, dass solche Bezüge als einzige Maßnahme bei allergischem Dauerschnupfen wahrscheinlich keinen spürbaren Nutzen bringen. Die Studien waren allerdings klein. Verlassen Sie sich deshalb nicht allein auf den Bezug. Ohne Allergie lässt sich die Hülle auch zur Vorbeugung nicht empfehlen. Liegt eine Diagnose vor, fragen Sie vor dem Kauf Ihre Krankenkasse, ob und unter welchen Bedingungen sie die Kosten übernimmt.

Weißer Schutzbezug mit geschlossenem Reißverschluss an der Kante einer Matratze auf einem Holzbett
Ein milbendichter Bezug kann bei einer festgestellten Allergie zu den Maßnahmen gehören. Als einzige Maßnahme reicht er nach der Studienlage wahrscheinlich nicht.

Sprays gegen Milben töten die Tiere zwar, der Kot mit den Allergenen bleibt aber zurück. Ob sie die Beschwerden lindern, ist nicht eindeutig geklärt: Manche Übersichten sehen einen möglichen Nutzen, die Studien dazu sind jedoch schwach. Weil die Wirkstoffe beim Auswaschen die Umwelt belasten, verzichten Sie besser darauf. Falls Sie es trotzdem erwägen, besprechen Sie das in Ihrer Arztpraxis.

Wann zum Arzt?

Lassen Sie Ihre Beschwerden abklären, wenn einer dieser Punkte auf Sie zutrifft:

  • Sie haben ohne Erkältung immer wieder Husten- und Niesanfälle, Kopfschmerzen oder tränende Augen.
  • Sie husten viel, Ihr Atem pfeift oder Sie sind kurzatmig. Bei plötzlicher Atemnot rufen Sie die 112.
  • Sie haben unklare rote Flecken oder einen starken Juckreiz, der nachts zunimmt.

Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung.

Ein Bett ohne Milben muss niemand schaffen

Die Vorstellung von Millionen Tieren in der Matratze ist nicht schön, gefährlich sind die Milben für die meisten Menschen aber nicht. Sie brauchen weder eine Spezialausrüstung noch ein neues Bett, solange Sie keine Beschwerden haben. Waschen Sie heiß, lüften Sie gut, und schlafen Sie ansonsten ruhig weiter.

Kann ich Milben im Bett sehen?

Nein. Hausstaubmilben sind 0,1 bis 0,5 Millimeter groß und erst unter dem Mikroskop zu erkennen. Keine Wohnung ist frei von ihnen.

Beißen Hausstaubmilben?

Nein. Sie saugen, beißen und stechen nicht. Zum Problem werden sie für Allergiker, denn die Beschwerden kommen vor allem von Stoffen in ihrem Kot.

Woher kommen dann rote Stiche im Bett?

Von Hausstaubmilben nicht. Am Aussehen lässt sich die Ursache schwer erkennen. Lassen Sie unklare Flecken in einer Hautarztpraxis ansehen und suchen Sie das Bett nach Bettwanzen ab.

Bei wie viel Grad muss ich Bettwäsche gegen Milben waschen?

Bei mindestens 60 Grad, am besten mit einem pulverförmigen Vollwaschmittel. Kissen und Decken gehören etwa alle drei Monate in die Wäsche, wenn das Etikett es erlaubt.

Hilft es, das Bettzeug im Winter auf den Balkon zu legen?

Kaum. Im Versuch machten minus 4 Grad den Milben wenig aus. Außerdem bleibt der Kot im Bettzeug. Waschen bei 60 Grad wirkt besser.

Sterben die Milben im Winter?

Viele ja, weil das Heizen die Luft trocknet. Ihre Körper und ihr Kot zerfallen aber und setzen Allergene frei. Deshalb können Allergiker auch im Winter Beschwerden haben.

Quellen

Fotos: Pixabay, Textnetz, Generiert mit KI

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