Im Alter genug trinken

Im Alter genug trinken

Spröde Lippen, Schluckbeschwerden, Kopfschmerzen, trockene Haut, Schwäche, Schwindel – es gibt zahlreiche Symptome, die auf einen Wassermangel hindeuten.

Gerade ältere Menschen sind anfällig für eine Dehydration. Oft lässt sich dies auf ein vermindertes Durstempfinden, Vergesslichkeit und eine eingeschränkte Motorik zurückführen – mitunter spielt aber auch Inkontinenz eine Rolle. Viele Betroffene versuchen ihre Funktionsstörung in den Griff zu bekommen, indem sie weniger trinken. Das ist nachvollziehbar, aber kontraproduktiv. „Verwehren wir dem Körper Flüssigkeit, resultiert das in einem stark konzentrierten Harn, welcher wiederum die Blase reizt und den Urindrang verstärkt“, erklärt Michaela Bahr vom Inkontinenz-Spezialisten Seni. Zudem würden die ableitenden Harnwege nicht richtig durchspült. Dadurch könnten sich Bakterien festsetzen, die Infektionen auslösen, welche wiederum die Blasenschwäche zusätzlich verstärken. Wer von Inkontinenz betroffen ist, sollte nicht die Flüssigkeitsaufnahme reduzieren, sondern über die Getränkewahl nachdenken. Kaffee ist ein starker Harntreiber, aber auch viele Teesorten kurbeln die Urinproduktion an. Kohlensäurehaltige sowie stark gezuckerte Getränke können die Blase ebenfalls reizen. Inkontinenzbetroffene erleichtern sich zudem das Leben, wenn sie darüber nachdenken, wie sie ihr Flüssigkeitspensum über den Tag verteilen. Der Mensch benötigt ca. 30 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht. Wer eine schwache Blase hat, sollte gegen Abend grundsätzlich weniger trinken, um in der Nacht möglichst ungestört schlafen zu können. (Advertorial)

Foto: Seni-Shutterstock

Flüssigkeitsmangel, Exsikkose und Dehydration: Wenn der Mensch zu wenig trinkt

Flüssigkeitsmangel, Exsikkose und Dehydration: Wenn der Mensch zu wenig trinkt

Der menschliche Körper besteht zu ca. 60% aus Wasser. Bei einem Körpergewicht von 75 Kilo sind das beeindruckende 45 Kilo Wasser. Bereits ein Flüssigkeitsmangel von zehn Prozent kann zu dramatischen Auswirkungen auf den Körper führen.

Ein Liter, zwei Liter? Wie viel Flüssigkeit ist genug?           

So verschieden wie die Menschen sind, so unterschiedlich ist auch der Bedarf an Flüssigkeit. Wo einer mit wenig auskommt, benötigen andere die doppelte oder sogar die dreifache Menge an Wasser, um einem Flüssigkeitsmangel vorzubeugen. Wichtig ist, bei den ersten Anzeichen von Flüssigkeitsmangel sofort zu reagieren. Wer dennoch einen ungefähren Richtwert benötigt, um sich sicher zu fühlen, der sollte täglich ungefähr zwei Liter trinken.
Es gibt jedoch auch Umstände, die den Flüssigkeitsbedarf stark verändern.

Flüssigkeitsverlust durch Anstrengung

Um eine positive Flüssigkeitsbilanz zu erreichen, ist es wichtig, bei hoher Belastung die Menge an Wasser und anderen Getränken anzupassen. Denn besonders bei anstrengenden Aktivitäten ist es wichtig, Flüssigkeitsverluste zu verhindern. Ansonsten können z.B. Schwindel durch Flüssigkeitsmangel die Folge sein. Die Ursache: Sport und körperliche Arbeit treiben die Schweißbildung nach oben. Der Körper versucht, durch eine erhöhte Wasserabgabe über die Haut, die Temperatur zu regulieren und sich selbst abzukühlen. Um gesund und leistungsfähig zu bleiben ist es notwendig, die Flüssigkeitszufuhr zu erhöhen. Abhängig vom Energieverbrauch des Körpers kann es also sein, dass der Körper literweise Flüssigkeit benötigt.

Ein Handwerker sitzt erschöpft und schwitzend in der Sonne und trinkt Wasser
Sonne und körperliche Belastung führen schnell zu Dehydration. Handwerker und Sportler sind besonders häufig betroffen.

Wie viel Flüssigkeitsverlust kann ein Mensch verkraften?

Üblicherweise treten die ersten Symptome einer Dehydration bei einem Flüssigkeitsverlust von ungefähr fünf Prozent auf. Durst und eine leichte Trockenheit der Schleimhäute sind die ersten Symptome. Noch ist der Flüssigkeitsmangel nicht gefährlich. Dennoch ist es sinnvoll, bereits frühzeitig zu reagieren und mit ausreichend Flüssigkeit dem Durstgefühl entgegenzuwirken. Denn die Symptome werden bereits ab ungefähr sieben Prozent Flüssigkeitsverlust ernster. Schwindel, eine leichte Übelkeit, und verminderte Urinbildung sind die Folge. Auch eine zu schnelle Herzfrequenz, eine Tachykardie, kann die Folge sein. Wer jetzt nicht handelt, riskiert eine schwere Dehydration mit Schocksymptomen und Kreislaufproblemen. Starke Übelkeit und sogar Erbrechen  treten auf, mit zunehmendem Flüssigkeitsverlust ist ab ungefähr 12 Prozent auch mit Bewusstseinsstörungen, und Kreislaufstörungen mit Synkopen und Bewusstlosigkeit zu rechnen. Zu diesem Zeitpunkt ist es häufig kaum noch möglich, die Beschwerden selbst in den Griff zu bekommen, ein Arztbesuch wird unumgänglich.
Achtung: Vor allem an heißen Tagen kann sich eine starke Dehydration schnell durch einen Hitzschlag äußern.

Exsikkose oder Dehydration?

Flüssigkeitsmangel ist aus medizinischer Sicht  in zwei Erkrankungen aufgegliedert. Dehydration und Exsikkose. Ersteres ist bekannt und wird auch im privaten Sprachgebrauch immer wieder verwendet. Der zweite Begriff wird nur wenigen ein Begriff sein. Dennoch bezeichnet Exsikkose im Grunde eine massive Dehydration. Exsikkierte Personen können wesensverändert, schläfrig, verwirrt und kreislaufinstabil sein. Häufig sind alte Menschen betroffen, denen das Durstgefühl fehlt.

Flüssigkeitsmangel erkennen

Um einem Flüssigkeitsmangel entgegen zu wirken, muss dieser erst einmal erkannt werden. Ist man selbst betroffen, ist dies recht einfach. Die Symptome sind klar und deutlich: Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit sind in der Selbstdiagnostik klar zu erkennen. Aber auch bei anderen ist es möglich, durch zwei einfache Tests zu erfahren, ob eine Person an Flüssigkeitsmangel  leidet:

  1. Die Nagelbettprobe
    Mit der Nagelbettprobe wird die Durchblutung der Arme und Beine getestet. Da ein Flüssigkeitsverlust sich auch auf die Kreislaufsituation und entsprechend auf die Durchblutung niederschlägt, kann man mit der Nagelbettprobe auch Rückschlüsse auf den Flüssigkeitshaushalt schließen.
    Bei der Nagelbettprobe wird für eine Kurze Zeit Druck auf das Nagelbett ausgeübt. Durch diesen Druck wird das Blut verdrängt und das Nagelbett erscheint weiß. Nach Ende des Drucks sollte nach innerhalb von  zwei Sekunden eine normale Färbung zurückgekehrt sein. Ist das nicht der Fall, liegt eine Störung vor, die häufig in einem Flüssigkeitsmangel begründet ist.
  2. Der Hautfaltentest
    Ist eine Person stark dehydriert, so wird die Haut zunehmend unflexibel. Beim Bilden einer Hautfalte auf dem Handrücken wird die entsprechende Haut bei Dehydration und Exsikkose als Falte stehen bleiben, statt sich wieder glatt an die Hand anzupassen. Dieses Zeichen verdeutlicht den Mangel an Wasser in den einzelnen Zellen.

Kann ich zu viel Flüssigkeit zu mir nehmen?

Ja, das kann passieren, ist aber sehr unwahrscheinlich. dennoch:  Auch zu viel Flüssigkeit kann schädlich sein. Aber als gesunder Mensch ist es ausgesprochen schwierig, so viel zu trinken, dass die Menge des Wassers schädlich ist. Die Gefahr für gesunde Menschen liegt vor allem in einer so genannten Hyponatriämie, also einem Natriummangel im Blut. Dieser Mangel führt im schlimmsten Fall zu Krampfanfällen und starken Kreislaufproblemen. Diese Erkrankung tritt jedoch selten auf. Und meist nur bei besonders ehrgeizigen Sportlern. Voraussetzung ist nämlich ein starker Natriummangel, wie es zum Beispiel bei extremen Schwitzen möglich ist. Aber auch das allein reicht nicht aus, um eine Hyponatriämie herbeizuführen. Der Sportler muss zudem noch viel natriumarme Flüssigkeit, zum Beispiel Leitungswasser, zu sich nehmen. Erst wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, ist es möglich, dass genug Natrium aus dem Körper gespült wird, um schwerwiegende Erkrankungen hervorzurufen.

Achtung, Vorerkrankungen!

Anders ist es natürlich bei Menschen mit Vorerkrankungen. Niereninsuffizienz oder Herzkrankheiten zum Beispiel gehen oft mit einer Begrenzung der täglichen Flüssigkeitsmenge einher, da eine Mehraufnahme die bereits vorgeschädigten Organe zerstören kann. Wenn also Erkrankungen im Nieren- oder Herzkreislaufsystem bestehen, sollte die benötigte Flüssigkeitsmenge unbedingt in Absprache mit einem Arzt eingestellt werden. Dies gilt natürlich auch für andere chronische Erkrankungen, bei denen ein Laie nicht sicher ist, ob der Wasserhaushalt betroffen sein könnte.

 

Foto: Fotolia/Jürgen Fälchle
Foto: Fotolia/juefraphoto