Blutdruckentgleisungen: Wie Hypertonie den Menschen gefährdet

Blutdruckentgleisungen: Wie Hypertonie den Menschen gefährdet

Viele Menschen leiden unter zu hohem Blutdruck, ohne es zu wissen. Der Fachausdruck für diese Erkrankung lautet Hypertonie. Bis zu 20 Prozent der erwachsenen Weltbevölkerung sind betroffen. Oft sind die Symptome gering. Für viele Menschen sind Kopfschmerzen, Übelkeit oder Schlaflosigkeit im Alltag normal. Einen zu hohen Blutdruck merken viele nur während starken körperlichen Anstrengungen, zum Beispiel beim Sport oder harter körperlicher Arbeit. Doch zu hoher Blutdruck kann die Gefahr von Herzinfarkten und anderen Herzkrankheiten erhöhen, besonders bei längerem Bestehen von zu hohem Bluthochdruck.

Die Normwerte des Blutdruckes: Was ist normal?

Obwohl die Blutdruckwerte immer wieder variieren können, gibt es doch einen Optimalwert. Dieser liegt bei Erwachsenen bei einem Druck von 120/80 mmHg, bei Kindern ist er meist etwas niedriger. Aber was sagen diese Messwerte aus, was bedeuten sie? Der erste Wert entspricht dem Druck, der in den Gefäßen besteht, wenn das Herz sich zusammenzieht (Systole) und das Blut durch die Aorta in den Körperkreislauf pumpt. Der untere Wert (Diastole) ist der Gefäßdruck, während sich das Herz wieder mit Blut füllt. Da der Blutdruck von vielen Faktoren, wie Aktivität, Ess- und Trinkverhalten oder aktuellem Gesundheitszustand abhängig ist, schwankt er immer wieder. Werte von 100 bis 130 in der Systole können also durchaus normal sein. Erst ab Werten von 140/90 beginnen Experten von einer Hypertonie, also Bluthochdruck, zu sprechen. Wer einen zu hohen Blutdruck feststellt, muss sich erst einmal wenig Sorgen machen. Oft sind, körperliche Anstrengungen oder Stress der Auslöser. Sollten die erhöhten Werte jedoch länger anhalten oder mit starken Symptomen, wie Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit verbunden sind, ist es angezeigt, einen Arzt aufzusuchen.

Symptome bei Bluthochdruck

Die Symptome, die Menschen mit einem zu hohen Blutdruck entwickeln, können unterschiedliche Ausprägungen erreichen. Eine besondere Schwierigkeit besteht durch die schleichende Entwicklung: Viele, die länger unter Hypertonie leiden, sehen die Beschwerden häufig als alltäglich und normal an, statt die Erkrankung zu bemerken.
Die häufigsten Symptome sind:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • schnelle Ermüdung
  • deutliche Rotfärbung der Haut, vor allem des Gesichts
  • Schlafstörungen
  • Nervosität
  • Kurzatmigkeit
  • Wassereinlagerungen in den Extremitäten

Vor allem Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit bis hin zum Erbrechen, mitunter Sehstörungen sind bei besonders starkem Bluthochdruck deutliche Anzeichen der Erkrankung.
Längerfristiger Bluthochdruck äußert sich eher in Schlaflosigkeit, Kurzatmigkeit, schneller Ermüdung und Wassereinlagerung in den Extremitäten.

Ein erschöpfter Mann misst seinen Blutdruck und hält sich dabei den Kopf. (Hypertension)

Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit können mit Hypertonie in Verbindung stehen. Mit einem automatischen Blutdruckmessgerät kann der Blutdruck selbstständig präzise kontrolliert werden.

Hypertonie: Warum?

Wer die Frage stellt, warum der Blutdruck zu hoch ist, wird nicht immer eine Antwort bekommen. Oft handelt es sich nämlich um eine essentielle, oder auch primäre Hypertonie. Ist dies der Fall, ist keine Grunderkrankung als Auslöser zu finden. Bei anderen Formen hingegen sind Vorerkrankungen, Vererbung oder Medikamentennebenwirkungen für die Hypertonie verantwortlich. Unabhängig von der Form der Hypertonie begünstigen diverse Faktoren eine Veränderung des Blutdruckes. Bewegungsmangel, Übergewicht oder starker Stress treiben den Blutdruck ebenso nach oben, wie z.B. Vorerkrankungen, die sich aus Alkohol- und Zigarettenkonsum ergeben.

Blutdruck kontrollieren: Worauf ist zu achten?

Wer das Gefühl hat, immer wieder Symptome von zu hohem Blutdruck bei sich zu entdecken, ist gut beraten, regelmäßig den Blutdruck kontrollieren. Dies kann der Hausarzt oder die Apotheke übernehmen. Eine weiter Möglichkeit ist es, den Blutdruck eigenständig zu messen: Präzise Messgeräte für den Oberarm und das Handgelenk sind bereits für kleines Geld zu bekommen. Wichtig ist es jedoch, möglichst zu gleichen Zeiten zu messen, denn auch der Blutdruck hat einen Tagesrhythmus, so dass Werte nur vergleichbar sind, wenn die Messzeiten eingehalten werden. Es sollten zudem vor dem Messen Anstrengungen oder Stress vermieden werden. Denn dies können den Blutdruck in die Höhe treiben und die Werte verfälschen. Die besten Ergebnisse lassen sich in Ruhe erzielen.

Der Blutdruck ist zu hoch: Was heißt das?

Die Blutdruckwerte wurden über einen längeren Zeitraum erfasst und sind wiederholt über 140/90? Dann scheint eine so genannte Hypertonie vorzuliegen. Ein Besuch beim Hausarzt ist empfehlenswert. Vor allem, wenn neben den Messergebnissen auch Symptome auftreten, ist eine ärztliche Abklärung unerlässlich.

Aber was ist bei einmalig zu hohen Ergebnissen? Auch diese können viele Probleme verursachen. Besonders bei schnellen, akuten Blutdruckanstiegen kann es zu ausgeprägten Symptomen, im schlimmstem Fall auch zu Bewusstlosigkeit und nachhaltigen Schädigungen kommen. In solchen Fällen ist eine Alarmierung von Rettungsdienst und Notarzt unumgänglich.

Hypertensive Krise: Wenn der Blutdruck durch die Decke schießt.

In einigen Fällen kommt es vor, dass der Blutdruck weit über die normalen Werte steigt. solche hypertensiven Entgleisungen können durch Sport oder besondere Belastungen, zu weilen aber auch ohne Grund auftreten. Dies betrifft oft Menschen, die durch Vorerkrankungen und ungesunde Lebensweisen, wie viel fettes Essen oder starken Alkohol- und Tabakgenuss vorgeschädigt sind. Die dt. Gesellschaft für Kardiologie spricht ab einem Wert von 180/120 von einer hypertensiven Krise, europaweit liegt die Definitionsgrenze bei einem Blutdruck von 230/120 mmHg. Solch eine hypertensive Krise ist nicht zwingend kritisch. Häufig reicht es aus, körperliche Anstrengungen auf ein Minimum zu reduzieren, so dass der Körper die Möglichkeit hat, den Blutdruck auf natürlichem Weg zu senken. Sollte eine hypertensive Krise jedoch mit deutlichen Krankheitssymptomen einhergehen oder den Körper zu stark belasten, kann die Alarmierung von Rettungsdienst und Notarzt notwendig werden. Vor allem bei starken Schmerzen, z.B. starken Kopfschmerzen und Sehstörungen, aber auch bei Bewusstseinsstörungen oder starkem Schwindel oder anderen ungewohnt starken Beschwerden sind weitere Erkrankungen nicht auszuschließen.

Hypertensiver Notfall: Ein akuter Notfall!

Eine hypertensive Krise kann sich zu einem so genannten hypertensiven Notfall entwickeln, wenn der hohe Blutdruck Organe schädigt und lebensgefährliche Erkrankungen auslöst. Neben dem Herzen und den Blutgefäßen kann auch die Lunge betroffen sein. Auch ein Schlaganfall kann durch massiv erhöhten Blutdruck hervorgerufen werden. In solchen Situationen ist ein sofortiges Eingreifen von Spezialisten notwendig, um das Leben der betroffenen Person zu retten. Wenn also der Verdacht besteht, dass zu hoher Blutdruck eine lebensgefährliche Situation ausgelöst hat, zum Beispiel, weil der oder die Betroffene plötzlich weniger Luft bekommt oder Schmerzen in der Brust entwickelt, zögern Sie auf keinen Fall, den Rettungsdienst zu alarmieren. Der Notarzt kann oft schon vor Ort beginnen, den Blutdruck zu senken und damit weiteren Schaden verhindern.

Gefahren bei längerfristiger Hypertonie

Tritt Bluthochdruck über einen längeren Zeitraum auf, so werden auch andere Erkrankungen des Herzkreislaufsystems begünstigt. Das Risiko einer Folgeerkrankung steigt enorm. Der hohe Druck schädigt Gefäße und Organe. Im Gegensatz zum hypertensiven Notfall sind die Symptome nicht sofort zu erkennen und erweitern sich oftmals schleichend. Dennoch ist die Gefahr durch die Hypertonie nicht zu unterschätzen. Besonders in Kombination mit anderen Grunderkrankungen kann eine Hypertonie zu schweren gesundheitlichen Schäden führen.

Beispiele für Schäden durch Hypertonie

Schaden am Herzen:
Durch einen erhöhten Druck wird natürlich auch die Belastung des Herzens gesteigert. Das Herzen muss gegen den hohen Druck anarbeiten, die Herzmuskeln ermüden zunehmend. Die Gefahr von Herzinsuffizienz und Herzinfarkten steigt dramatisch.

Schaden im Gehirn:
Durch den hohen Druck kommt es auch zu einer starken Belastung der Gefäße im Bereich des Gehirns. Entsprechend steigt auch das Risiko eines Schlaganfalles – eine lebensgefährliche Erkrankung.

Schaden am Gefäßsystem:
Vor allem das Gefäßsystem, das dem hohen Druck ausgesetzt ist, wird besonders
belastet. Das kann schnell zur Überlastung führen. Aneurysmen sind z.B. die Folge.

Bluthochdruck: Was kann getan werden?

Kopfschmerzen, Übelkeit oder starke Abgeschlagenheit – nicht selten stellen sich kleinere Symptome während des Besuches beim Hausarzt als erste Auswirkungen von Bluthochdruck heraus. Wer diese Diagnose erhält, muss seinen Blutdruck senken, um Langzeitschäden zu vermeiden. In Absprache mit dem Hausarzt ist es jedoch nicht immer notwendig, Medikamente einzunehmen, um einen Normalblutdruck herzustellen. Oft hilft auch eine bewusste Umstellung der Lebensumstände.

Eine Ärztin misst den Blutdruck einer jungen Frau.

Auch junge Menschen können unter Bluthochdruck leiden. Stress und hohe Belastungen können  ein Grund für Hypertonie  in frühen Jahren sein.

Gesunde Ernährung

Durch die richtige Ernährung kann der Gesundheit viel Gutes getan werden. Nicht nur der Blutdruck kann reguliert werden, auch andere Erkrankungen werden durch eine ausgewogene, vielfältige Ernährung verhindert.

Wer bereits unter Hypertonie leidet, sollte besonders auf den Salzgehalt der Nahrung achten. Denn Salz steht in dringendem Verdacht, den Blutdruck zu beeinflussen. So kann eine salzreiche Ernährung den Blutdruck in die Höhe treiben. Da Salze für den Körper allerdings lebenswichtig sind, ist auch eine extreme Reduktion des Salzgehaltes gefährlich. Eine Möglichkeit ist es also, beim Zubereiten der Hauptmahlzeiten die Menge an Salz zu reduzieren und stattdessen auf Gewürze z.B. aus der mediterranen Küche zurückzugreifen.

Sport und Bewegung: Gut für die Gesundheit

Sport und Bewegung sind sicherlich der anstrengendste Weg, die Gesundheit zu fördern. Dennoch ein sportlich-gesunder Körper in der Lage, mehr Krankheiten zu trotzen. Vor allem Ausdauersport kann Blutdruckprobleme beheben. Vielen Untrainierten fehlt zudem die Motivation zu Joggen oder im Fitnessstudio zu trainieren. Dennoch: das Überwinden des inneren Schweinehundes wird zu einer deutlichen Verbesserung der Gesundheit führen.

Allerdings sollte, wer mit Sport beginnt, darauf achten, sich nicht zu übernehmen. Das Ziel des Sports ist nicht, den Körper zu überfordern, sondern die Muskeln zu trainieren und langsam, aber sicher den Fettgehalt des Körpers zu verringern.
Wer keine Motivation aufbringen kann, Sport zu treiben, hat auch die Möglichkeit, durch ausreichende Bewegung seine Gesundheit zu verbessern. Lange, ausgeglichene Spaziergänge können das Herz-Kreislauf-System ebenso fördern.

Alkohol und Nikotin: Gefährliche Suchtmittel

Das Nikotin und Alkohol schädlich sind, ist durchaus bekannt. Auch Coffein kann eine negative Wirkung auf den Blutdruck haben. Alle drei fördern zudem Maßgeblich die Entstehung von gefährlichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nikotin erhöht das Risiko für Folgeerkrankungen wie Schlaganfälle, Herzinfarkte und Gefäßerkrankungen, wie Thrombose. Alle diese Erkrankungen werden durch hohen Blutdruck begünstigt, so dass die Gefahr einer lebensgefährlichen Gefäßerkrankung signifikant steigt.

Alkohol hingegen ist ein Zellgift, welches bei längerem oder stärkerem Konsum den Blutdruck in Richtung einer Hypertonie verschieben kann. Dennoch muss nicht vollständig auf Bier, Wein und Co. verzichtet werden. Die deutsche Hochdruckliga sieht einen Konsum von weniger als 20g reinen Alkohol bei Frauen und 30g bei Männern als ungefährlich an. Zum Vergleich: Ein Glas Bier enthält zwischen 10 und 15 g Alkohol.

Erhöhter Blutdruck durch Koffein?

„Trink‘ nicht so viel Kaffee. Das treibt nur den Blutdruck nach oben!“ Leidenschaftliche Kaffeetrinker hören solche Aussagen häufiger. Aber was ist an dem Mythos Coffein dran? Tatsächlich ist die Gefahr einer Hypertonie geringer als viele denken. Denn der Anstieg des Blutdruckes ist nur minimal und zeitlich begrenzt. Menschen, die viel Kaffee oder koffeinhaltige Getränke konsumieren, spüren diesen Anstieg kaum noch. Wer jedoch nur selten Koffein zu sich nimmt, wird die Wirkung deutlicher spüren. Dennoch sollten vor allem Patienten mit ausgeprägter Hypertonie ihren Koffeinkonsum im Blick behalten. Denn schon kleinere Blutdruckanstiege können bei vorhandener Erkrankung die Symptome deutlich verschlimmern.

Stressfaktoren aus dem Leben entfernen

Bei Bluthochdruck kann Stress ein wichtiger Auslöser sein. Oft durch besondere Belastungen im Alltag hervorgerufen, ist Stress ein Faktor, auf den Einfluss genommen werden kann. Erster Schritt ist die Erkenntnis, dass Stress und zu hohe Belastungen vorhanden und belastend sind. Danach gilt es, nach und nach die Gründe für den Stress zu eliminieren. Außerdem sollten sich Betroffene eingestehen, dass das eigene Leistungspensum erreicht ist und für viele Tätigkeiten mehr Zeit und Ruhe einzuplanen ist. Zudem können entspannte Spaziergänge am Ende des Tages für Entspannung sorgen.

Nicht ohne meinen Hausarzt!

Blutdruckveränderungen sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Aus diesem Grund ist vor allem bei längerfristiger Symptomatik ein Besuch beim Hausarzt die richtige Wahl. Dieser berät über mögliche Veränderungen im Alltag, die Hypertonie und krankhaften Blutdruckveränderungen vorbeugen können.

 

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Erste Hilfe: Wer weiß noch, wie?

Erste Hilfe: Wer weiß noch, wie?

Ein Auto überschlägt sich, der Nachbarsjunge fällt vom Klettergerüst oder die Oma hat einen Herzinfarkt. Erste Hilfe kann in vielen Fällen Leben retten. Verkehrsunfälle, Haushaltsunfälle und scheinbar einfache Krankheiten können schnell dazu führen, das aus einem ganz normalen Menschen ein Lebensretter wird.

Wer mit einem Notfall konfrontiert wird und Erste Hilfe leisten muss,  steht unter starkem Stress. Schnelles Handeln ist notwendig. Für viele ein absolutes Horrorszenario. Und das vollkommen zu Recht: Viele Leute können sich kaum an ihren letzten Erste-Hilfe-Kurs erinnern, war er doch nur ein Pflichtteil der Führerscheinprüfung. Das ist nicht selten zehn oder 20 Jahre her.

Im Notfall: Ruhe bewahren

Wer Erste Hilfe leisten muss, ist in eine Situation geraten, die ihm fremd ist. Es müssen schnelle Entscheidungen getroffen werden, an denen vielleicht ein Leben hängt.
In dieser Lage ist es wichtig, die Ruhe zu bewahren. Der beste Weg ist, einmal tief durchzuatmen und das Geschehen bewusst zu betrachten. Der erste Schritt sollte immer sein, sich einen Überblick zu verschaffen. Kopfloses Handeln und unbedachte Reaktionen können sowohl die Verletzten als auch die Ersthelfer gefährden.

Nicht in Gefahr begeben!

Ersthelfer sind keine professionellen Rettungskräfte. Sie besitzen nicht die Ausrüstung und auch nicht das Wissen der Profis. Deshalb gilt: Niemand begibt sich in Gefahr!
Ersthelfer sollten gefährliche Situationen abschätzen und sich nicht hineinbegeben. Niemand sollte den Helden spielen. Versuche, über eine befahrene Autobahn zu laufen oder Personen aus brennenden Häusern zu retten, führen im schlimmsten Fall zu verletzten Ersthelfern. Wer unsicher ist, ob er sich einer Situation gefahrenlos nähern kann, hält Abstand, wählt den Notruf und lässt die Lage durch professionelle Rettungskräfte beurteilen.

112: Die Profis 

Ob bei einem Unfall auf der Autobahn oder wenn Oma bewusstlos ist: Über die Rufnummer 112 sind europaweit Rettungsdienst und Feuerwehr zu erreichen. Die speziell geschulten Mitarbeiter der Leitstelle schicken Hilfe und erklären am Telefon, was zu tun ist. So werden zum Beispiel Ersthelfer am Telefon bei einer Reanimation angeleitet.Egal, wie hektisch ein Notfall ist, der Notruf ist die wichtigste Maßnahme zur Versorgung der Verletzten oder Erkrankten. Auf diese Weise können Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei zum Ort des Notfalles entsandt werden, um zu helfen.

Übrigens: Die Notrufnummer 112 wurde flächendeckend erstmalig 1973 eingesetzt, vorher musste jeweils auf den einzelnen Rettungs- und Polizeiwachen angerufen werden. Dies führte oft zu langen Wartezeiten. 1969 verstarb deshalb der achtjährige Björn Steiger bei einem Autounfall. Diese Tragödie und das daraus folgende Engagement des Vaters, einen bundesweit einheitlichen Notruf einzuführen, gelten als Beginn des Notrufsystems, wie es heutzutage genutzt wird

Ich muss das sowieso nicht anwenden!“

Leider schieben viele es auf, ihre erste Hilfe-Kenntnisse aufzufrischen. Die Ausreden, warum es nicht notwendig ist, sind vielseitig: „Ich habe keine Zeit für einen erste Hilfe Kurs.“ oder „Wenn was passiert hilft doch die Feuerwehr.“ Viele hoffen schlichtweg, niemals in die Lage zu geraten, erste Hilfe leisten zu müssen.
Doch im Notfall muss gehandelt werden, gleichgültig wieviel Jahre der erste Hilfe Kurs zurück liegt. Es kann also jeder in die Situation kommen, plötzlich Ersthelfer zu sein. Wer sicher sein will, dass er im Notfall Leben retten kann, sollte in regelmäßigen Abständen Erste Hilfe Kurse oder entsprechende Fortbildungen besuchen.

Eine Frau im Neoprenanzug wird am Strand reanimiert. Daneben kniet ein Mann und alarmiert die Rettungskräfte.

Beim Sport, auf der Arbeit oder mit der Familie, Unfälle kommen ohne Vorwarnung. Wer weiß, was im Notfall zu tun ist und erste Hilfe leisten kann, ist Herr der Lage.

Erste Hilfe: Besonders bei Risikogruppen

Eine fundierte Ausbildung in erster Hilfe ist vor allem wichtig, wenn im Alltag Kontakt zu Risikogruppen besteht. Genaugenommen trifft das auf jeden zu. Denn Risikogruppen sind vielfältiger, als es auf den ersten Blick scheint: Alte Menschen, Kinder, aber auch Handwerker sind möglicherweise Risikogruppen. Während Kinder schnell Dinge verschlucken oder sich beim Herumtoben verletzen, sind alte Menschen anfällig für Herz-Kreislauferkrankungen und neigen häufig zu stürzen. Im Handwerk sorgen schwierige Arbeitsbedingungen, hohe körperliche Arbeitsbelastungen und Unfälle mit Werkzeug für ein starkes Verletzungsrisiko. Auch Autofahrer geraten schnell in die Situation, Erste Hilfe leisten zu müssen, denn Verkehrsunfälle sind häufig und unvorhersehbar. Jeder kann also im Alltag auf Notfälle treffen und helfen müssen.

Mit offenen Augen durch das Leben gehen

Nicht immer ist ein Notfall als solcher zu erkennen. Oft sind die Signale weniger deutlich Nicht immer gibt es Autowracks, wie zum Beispiel bei einem Verkehrsunfall. Vielleicht hat der Arbeitskollege plötzlich eine unklare Aussprache und der Gesichtsausdruck verändert sich. Es könnt ein Schlaganfall sein. Oder der gestresste Chef läuft plötzlich nicht rot, sondern blau an. Es könnte Atemnot sein. Es ist ratsam, auf ungewöhnliche Umstände zu achten. Scheint es der Dame am Nebentisch plötzlich schlechter zu gehen als noch vor fünf Minuten? Liegt der Obdachlose am Bahnhof schlafend neben seinem Rucksack auf dem Boden, obwohl er zuvor noch nach Kleingeld gefragt hat? Wer glaubt, dass sich ein Mitmensch in einer Notsituation befindet, sollte keine Angst haben und den Mut aufbringen, den Anderen anzusprechen. Oft hilft es, sein Gegenüber zu fragen, ob alles in Ordnung ist und ob Hilfe benötigt wird.

Die Vielfalt der Erste-Hilfe-Kurse

Erste Hilfe allgemein, Erste Hilfe für Kinder oder Wiederbelebungstraining – die Möglichkeiten eines Erste-Hilfe-Trainings sind umfangreich und vielfältig variabel. Zudem gibt es immer wieder neue medizinische Erkenntnisse, die dazu führen, dass sich Gelerntes durch neue Techniken erweitern lässt. Nicht zuletzt auch, weil die Möglichkeit besteht, spezielle erste Hilfe Kurse zu absolvieren, die auf ein besonderes Umfeld zugeschnitten sind. So können viele Anbieter für Erste-Hilfe-Ausbildung, wie die Johanniter oder das deutsche Rote Kreuz die Kurse auch auf besondere Bedürfnisse anpassen. So haben zum Beispiel Reiter die Möglichkeit, erste Hilfe bei Reitunfällen zu trainieren und Wanderer können sich auf Notfälle in den Bergen oder in abgelegenen Gebieten vorbereiten. In Absprache mit den jeweiligen Ausbildern ist es möglich, fast jedes Szenario oder Notfall nachzustellen und zu üben.

Erste Hilfe als Event

Erste Hilfe muss nicht langweilig sein. Im Gegenteil: Mit Freunden und Bekannten zusammen kann man in einem geselligen Rahmen sein Wissen vertiefen und für den Ernstfall trainieren. Auch als Firmen-Event eignet sich eine Auffrischung in erster Hilfe. Zudem ergibt sich die Möglichkeit, die Kollegen besser kennen zu lernen und die Teambindung zu erhöhen.
Auch Firmen mit besonderem Gefahrenpotential haben durch speziell abgestimmte Kurse die Möglichkeit, ihre Mitarbeiter zu schulen und besser auf ihre Arbeit vorzubereiten.

 

Einen weiteren interessanten Artikel zu Erster Hilfe bei Hitzschlag oder Sonnenstich gibt es hier: Sonne, Sommer, Kreislaufprobleme: Sonnenbrand, Hitzschlag und Co

Wer gerne weitere Informationen über Erste-Hilfe-Kurse erhalten möchte, kann sich z.B. bei den Johannitern jederzeit informieren.

 

 

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Sonne, Sommer, Kreislaufprobleme? – Sonnenbrand, Hitzschlag und Co

Sonne, Sommer, Kreislaufprobleme? – Sonnenbrand, Hitzschlag und Co

Wenn die Temperaturen steigen, verbringen Sonnenfans möglichst viel Zeit unter freiem Himmel. Spazieren gehen, joggen oder einfach nur Sonnenbaden sind beliebte Freizeitaktivitäten im Sommer. Sonnenstrahlen und hohe Temperaturen dabei können jedoch schnell zur Gefahr werden. Sonnenbrand ist dann nur das geringste Risiko.

Verbrennung durch die Sonne

Die Sonne scheint, es gibt keinen Schatten weit und breit. Wer im Sommer am Strand oder in der freien Natur unterwegs ist, setzt sich den hohen Temperaturen und den Sonnenstrahlen aus. Oft ohne sich darüber im Klaren zu sein, welche Belastungen für Haut und Körper entstehen. Vor allem bei Menschen, die sich selten in der Sonne aufhalten, verbrennt die Haut deutlich schneller. Auch keltische oder nordische Hauttypen bekommen schnell einen Sonnenbrand. Diese Hauttypen zeichnen sich durch fast weiße Haut und eine helle Haarfarbe aus. Die Eigenschutzzeit ihres Körpers vor Sonnenstrahlung ist sehr gering. Im Durschnitt können zehn Minuten  reichen, um die Haut zu verbrennen. Denn dabei handelt es sich bei einem  Sonnenbrand: es ist eine Verbrennung der Haut durch UV-Strahlen. Wer betroffen ist, bemerkt erst eine Hautrötung, verbunden mit einem Jucken und dem Gefühl, dass die Haut unangenehm gespannt ist. Eine Berührung ist dann bereits schmerzhaft.

Sonnenbrand: Was tun?

Wenn ein Sonnenbrand bemerkt wird, sollte schnell reagiert werden. Treten die ersten Symptome auf, hat die Strahlung der Sonne die Haut bereits geschädigt. Häufig ist zudem noch eine Verschlechterung zu erwarten. Denn bis zu einem Tag nachdem die Haut der Sonne ausgesetzt war, kann sich die Hautrötung verstärken. Wer einen Sonnenbrand am Körper bemerkt, darf sich nicht mehr weiterer Sonnenstrahlen  aussetzen.  Die Haut sollte nun unbedingt mit speziellen Sonnenschutzprodukten vor weiterer Reizung abgeschirmt werden. Viele Drogerien und Apotheken bieten Cremes und Salben an, die sonnenverbrannte Haut vor weiteren Belastungen schützen und zugleich pflegend wirken.

Hilfe bei starkem Sonnenbrand

Wird eine Behandlung und Pflege der verbrannten Stellen versäumt oder ist der Sonnenbrand zu stark,  bilden sich bald Blasen-das weist auf eine schwere Verbrennung hin. Betroffene Hautareale sind ausgesprochen schmerzempfindlich und gereizt. Vorsicht: Die Blasen dürfen nicht selbst geöffnet werden. Dadurch würden offene, schmerzhafte Wunden entstehen, die sich schnell entzünden.
Um eine Schmerzlinderung zu erreichen und die Blasenbildung fachgerecht versorgen zu lassen, empfiehlt sich ein Besuch beim Hausarzt. Dieser kann durch entzündungshemmende Mittel die Beschwerden reduzieren. Nach spätestens zwei Wochen sind die Symptome überwiegend rückstandslos abgeheilt. Allerdings können bei starker Blasenbildung auch Narben entstehen.

Hausmittel gegen den Sonnenbrand?

Quark, Apfelessig oder Zitrone werden als Hausmittel zur Behandlung immer wieder genannt. Vor allem bei stärkerem Sonnenbrand sollten diese Lebensmittel nicht als Medikamentenersatz zum Einsatz kommen.
Quark dient zur Kühlung der betroffenen Hautareale und wird gern angewendet, da er verhältnismäßig leicht aufzutragen ist und eine kühlende Wirkung hat. Allerdings lässt sich dieselbe Kühlung genauso einfach durch Wasser erreichen. Zudem bergen alle Milchprodukte die Gefahr, dass vorhandene Bakterien in kleinsten Wunden zu Entzündungen führen.
Apfelessig oder Zitrone können außerdem ausgesprochen schmerzhaft sein, wenn sie mit offenen Wunden in Berührung kommen oder beim Aufplatzen einer Brandblase in die Verletzung geraten.
Wer dennoch nicht auf eine Behandlung des Sonnenbrandes verzichten möchte, kann auf frei verkäufliche Arzneimittel aus der Apotheke zurückgreifen. Salben auf Zinkbasis sind geeignet, die Heilung der Haut zu fördern. Zudem besitzt Zink eine antibakterielle Wirkung, wodurch eine Infektion verhindert und die vorhandene Entzündung bekämpft wird. Auch Pflegeprodukte und Salben mit Aloe Vera sind gut geeignet, um die Haut zu kühlen und Schmerzen und Juckreiz zu bekämpfen.

Sonnenstich: Wenn der Kopf überhitzt

Wer sich zu lange der Sonne aussetzt, muss auch mit schlimmeren Erkrankungen als einem Sonnenbrand rechnen. Heizt sich der Körper zu sehr auf oder ist die Sonneneinstrahlung auf den Kopf zu hoch, kann es zu einem Hitzschlag oder einem Sonnenstich kommen.
Schwindel, Übelkeit und Erbrechen, Fieber, mitunter auch Sehstörungen und Kreislaufprobleme können die Folge sein.
Hitzschlag und Sonnenstich unterscheiden sich vor allem durch die betroffenen Körperstellen. Denn anders als beim Hitzschlag ist beim Sonnenstich nur der Kopf betroffen. Eine Reizung der Hirnhäute führt zu den genannten Symptomen. Vor allem Leute mit Glatze oder kurzen Haaren sind betroffen. Wer einen Sonnenstich erleidet, sollte zeitnahe Schatten aufsuchen und sich ausruhen. Häufig ist es bereits ausreichend, den Kopf und Nacken zu kühlen, um eine Besserung herbeizuführen. Wichtig ist, einen weiteren Aufenthalt in der Sonne und in großer Hitze zu vermeiden. Auch muss auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden.

 

eine sehr blasse Frau sitzt am Strand kühlt sich die Stirn sie wird von einem Mann betreut, der ein Handy in der Hand hält. (Sonnenbrand)
Hitzschlag: Gefahr durch Wärmestau

Im Gegensatz zum Sonnenstich beschränkt sich der Hitzschlag nicht nur auf den Kopf. Beim Hitzschlag ist der gesamte Körper überhitzt und hat schon große Mengen an Flüssigkeit verloren. Oft reicht die Flüssigkeitsmenge im Körper nicht mehr aus, um eine ausreichende Schweißproduktion zu ermöglichen. Der Körper kann dann keine Wärme durch Schweiß abgeben und heizt sich immer mehr auf. Aus diesem Grund weisen Hitzschlagpatienten oft eine sehr warme und trockene Haut auf.
Betroffene leiden im Verlauf der Erkrankung auch häufig unter Kreislaufproblemen. Der Blutdruck fällt ab und die Herzfrequenz steigt. Wer jetzt immernoch nicht reagiert, muss mit schwerwiegenden Gesundheitsschäden rechnen. Zudem ist es möglich, dass eine plötzliche Bewusstlosigkeit auftritt. Deshalb sollten Hitzschschlagpatienten nicht alleine gelassen werden. So ist im Fall einer spontanen Verschlechterung schnelle Hilfe möglich.

Reagieren im Notfall

Bei einem Hitzschlag ist es richtig und sinnvoll, den Körper des Betroffenen zu kühlen. Ebenso wichtig ist die Flüssigkeitszufuhr. Wasser, Saftschorlen oder Tee eignen sich gut, um den Wasserverlust wieder auszugleichen.
Ein Hitzschlag kann unbehandelt lebensgefährliche Ausmaße annehmen. Wer also die Symptome bei sich oder anderen feststellt, sollte sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben oder den Rettungsdienst alarmieren.

Suchen Sie ärztliche Hilfe

Nicht nur der Hitzschlag, sondern auch der Sonnenstich kann ein Notfall sein. Bei starkem Unwohlsein ist es immer ratsam, ärztliche Versorgung in Anspruch zu nehmen. Wer der richtige medizinische Ansprechpartner ist, ist von der Ausprägung der Symptome abhängig.
Wer genaueres darüber erfahren möchte, welche Behandlungsmöglichkeiten es im Krankheitsfall gibt und welche Ärzte außerhalb der Regelsprechzeiten aufgesucht werden können, erfährt mehr in dem Artikel „Ärztliche Versorgung: Hausarzt, Notaufnahme, Dr. Google – Wer kann helfen?„.

 

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Ärztliche Versorgung: Hausarzt, Notaufnahme, Dr. Google – Wer kann helfen?

Ärztliche Versorgung: Hausarzt, Notaufnahme, Dr. Google – Wer kann helfen?

Samstagabend in der Notaufnahme eines Krankenhauses irgendwo in Deutschland. Das Wartezimmer ist voll, die Warteschlange reicht von der Anmeldung bis fast hinaus auf die Straße. Sehr viele Menschen suchen ärztliche Versorgung. Alle wollen schnell behandelt werden, viele klagen über Husten, Schnupfen, Heiserkeit. Nur wenige von ihnen sind echte Notfälle.

Eine Erkältung, ein Grippevirus oder vielleicht doch ein Herzinfarkt?

Sobald das Wetter schlechter wird, steigt die Zahl der Kranken. Viele fühlen sich schwach und unwohl. Ein klarer Fall für den Hausarzt. Er kennt die Symptome und kann die richtige Therapie empfehlen. Schwierig ist es jedoch, wenn der dieser nicht zu erreichen ist. Dann werden die Nächte oder Wochenenden ohne Medikamente oder ärztliche Versorgung schnell zu Qual. Wer leidet, ist oft nicht in der Lage, die Krankheit bis zur nächsten Hausarzt-Sprechstunde auszuhalten.

Ärztliche Versorgung: Dr. Google als Alternative?

Immer häufiger wird Google als Ersatz für eine persönliche ärztliche Versorgung herangezogen. Es werden Symptome und Krankheitsbilder im Internet gesucht. Viele möchten schnell und unkompliziert erfahren, welche Krankheit sie quält und wie diese behandelt wird.
Auch die sozialen Medien sind als Ratgeber beliebt. Hier finden sich Empfehlungen zu Hausmitteln, wie warme Milch mit Honig, ebenso wie lebhafte Diskussionen zu Erfahrungswerten und Medikamententipps.

Vorsicht vor Selbst- und Fehldiagnosen

Bei simplen Alltagserkrankungen wie Husten, Erkältung oder Übelkeit kann das Internet schnellen Rat bieten. Auch über bereits diagnostizierte Erkrankungen kann man sich ausgezeichnet informieren, viele Fachinformationen werden im Internet auch für Laien verständlich erklärt.

Allerdings birgt die Nutzung des Internets als Arztersatz auch Gefahren. Oft werden bei den Suchergebnissen nur die lebensbedrohlichen Leiden wahrgenommen. Schnell werden Kopfschmerzen für einen Hirntumor gehalten oder die leichte Erkältung scheint eine schwere Influenza-Grippe zu sein. Für Laien ist es schwierig, den Wahrheitsgehalt der Informationen zu hinterfragen. Wer zu Sorgen um seine Gesundheit neigt, gerät schnell in Angst und Panik, weil Symptome falsch gedeutet werden. Deshalb ist es sehr wichtig, dass eine Diagnose ausschließlich durch medizinisches Fachpersonal gestellt wird.

Die Notaufnahme als einziger Ausweg?

Für viele scheint die Notaufnahme des nächsten Krankenhauses die einzige Möglichkeit zu sein, am Wochenende oder nachts einen Arzt zu erreichen. Dabei sind ihre Erkrankungen genau genommen keine Notfälle. Ärzte, Pfleger und Krankenschwestern versuchen, zu helfen. Lange Wartezeiten sind deswegen heute üblich. Zumal das Krankenhauspersonal zeitgleich auch noch Unfallopfer oder Herzinfarktpatienten behandelt, die mit den Rettungswagen ankommen.

Notaufnahmen sind heute immer häufiger an den Grenzen ihrer Belastbarkeit. Aber immerhin ist es ja die einzige Möglichkeit nachts und am Wochenende einen Arzt zu erreichen – oder doch nicht?

116117 – der Kassenärztliche Bereitschaftsdienst

Seit einigen Jahren ist bundesweit unter der Rufnummer 116117 der Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung zu erreichen. Er bietet Hilfe, wenn der Hausarzt nicht zur Verfügung steht und stellt die ärztliche Versorgung rund um die Uhr sicher. Neben dem Besuch von Anlaufpraxen, die auch am Wochenende geöffnet sind, ist auch eine telefonische Beratung durch einen Arzt möglich.
Wer zu krank ist, um die Öffnungszeiten des Hausarztes abzuwarten und zu geschwächt ist, um in eine der Notfallpraxen des kassenärztlichen Notdienstes zu gelangen, kann auch um einen Hausbesuch durch den mobilen Bereitschaftsdienst bitten. Bei Erkrankungen wie starker Migräne oder einem Magen-Darm-Virus ist so eine zeitnahe medizinische Versorgung gesichert.

Unabhängig von Alter und Wohnort kann jeder den Kassenärztlichen Notdienst nutzen. Durch fundiertes Wissen und moderne Behandlungsmethoden können die Ärzte sowohl kleinen Kindern mit Fieber helfen, als auch Senioren mit Magenschmerzen effizient behandeln. Wer Fragen zur Dosierung von Medikamenten hat, wird schnell beraten. Zudem klärt eine telefonische Beratung schnell, welche Mittel aus der Hausapotheke den Gesundheitszustand umgehend verbessern.
Auf diese Weise ist eine ärztliche Versorgung jederzeit sichergestellt. Natürlich übernehmen die Versicherungen die Kosten der Behandlung. Es besteht kein Unterschied zwischen Kassenpatienten und Patienten mit Privatversicherungen.

Eine Seniorin ist bewusstlos und liegt auf dem Boden. Eine Frau kniet neben ihr und alarmiert den Rettungsdienst über die Notrufnummer 112. (ärztliche VErsorgung)

Wenn ein Menschenleben in Gefahr ist, wählen Sie die 112 und folgen Sie den Anweisungen der Rettungsleitstelle. Der Hausarzt oder der Kassenärztliche Bereitschaftsdienst können bei Notfällen keine ausreichende Versorgung bieten.

Kassenärztlicher Notdienst oder Notarzt?

Handelt es sich um schwerwiegende oder lebensgefährliche Erkrankungen, stoßen auch die Hausärzte vom Kassenärztlichen Bereitschaftsdienst an ihre medizinischen Grenzen.
Als Notdienst sind die Ärzte nicht mit dem Notarzt des Rettungsdienstes zu verwechseln.
Vor allem schwerwiegende Erkrankungen benötigen häufig schon vor Ort eine besondere Behandlung. Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Atemnot treten häufig auf und verlaufen nicht selten tödlich. Ohnmachtsanfälle und Bewusstlosigkeit sind ebenso ein Fall für den Rettungsdienst. Auch bei tiefen, stark blutenden Schnitten oder lebensgefährlichen Verletzungen ist eine schnelle Hilfe unbedingt notwendig.
Wer also befürchtet, lebensgefährlich erkrankt oder verletzt zu sein, sollte sofort unter der Notrufnummer 112 um Hilfe bitten. Die zuständige Leitstelle wird speziell geschulte Rettungs- und Notfallsanitäter alarmieren und entscheiden, ob auch ein Notarzt am Einsatzort notwendig ist. Die Spezialisten sind in der Lage, den Patienten bestmöglich zu versorgen und einen sicheren Transport in das nächste geeignete Krankenhaus zu organisieren.

Übrigens hat auch der NDR sich mit der Überbelastung der Notaufnahmen beschäftigt und berichtet in seinem Beitrag „Notaufnahmen am Limit“.

Wer genauer erfahren möchte, wann der Kassenärztliche Bereitschaftsdienst hilft, sollte sich den Videobeitrag der kassenärztlichen Vereinigung ansehen.

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Das gehört in die Reiseapotheke

Das gehört in die Reiseapotheke

Ob Familienurlaub, Rucksack-Tour oder Geschäftsreise: Eine durchdachte Reiseapotheke sollte nicht fehlen. Denn im Fall der Fälle ist es vor allem im Ausland oft sehr mühsam, die richtigen Medikamente zu organisieren. Hier einige Tipps für eine optimale Reiseapotheke:
Allerweltskrankheiten wie Erkältungen, Kopf- oder Halsschmerzen treten häufig auch unterwegs auf. Entsprechende Tabletten, Lutschpastillen oder Nasenspray gehören deswegen dazu.
Besonders bei ungewohnter Küche im Ausland kann es schnell zu Durchfall, Sodbrennen oder Übelkeit kommen. Um die Beschwerden schnell wieder los zu sein, sollte die Reiseapotheke auch dafür ausgerüstet sein.
Wer unter Allergien leidet, sollte das entsprechende Antihistaminikum im Urlaub parat haben.
Besonders lästig sind Zahnprobleme im Urlaub. Was viele nicht wissen: In der Apotheke gibt es Hilfsmittel speziell für den Zahnnotfall unterwegs. Geht etwa eine Füllung verloren, kann das entstandene Loch mit Zahn-Fit von Dicopharm provisorisch aufgefüllt werden. Es wird direkt auf den zu füllenden Zahn aufgetragen und erhärtet bei Kontakt mit Speichel. Lockert sich ein normalerweise festsitzender Zahnersatz wie Krone, Brücke, Gussfüllung oder Teilkrone, bietet sich Dikro-Fit zur Selbsthilfe an.
Pflaster, Verbandszeug und Schere gehören ebenfalls in jede Reiseapotheke – genauso wie ein Fieberthermometer und Schmerzmittel.
Muss ein bestimmtes Medikament regelmäßig und zu festen Zeiten eingenommen werden, ist es ratsam, dass sich Fernreisende vorab über die Zeitverschiebung informieren, damit der Einnahmerhythmus eingehalten werden kann. Deshalb vor Antritt der Reise immer einen Arzt konsultieren, um die Medikamente nicht aus Unwissenheit falsch zu dosieren. (Advertorial)
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