Erste Hilfe: Wer weiß noch, wie?

Erste Hilfe: Wer weiß noch, wie?

Ein Auto überschlägt sich, der Nachbarsjunge fällt vom Klettergerüst oder die Oma hat einen Herzinfarkt. Erste Hilfe kann in vielen Fällen Leben retten. Verkehrsunfälle, Haushaltsunfälle und scheinbar einfache Krankheiten können schnell dazu führen, das aus einem ganz normalen Menschen ein Lebensretter wird.

Wer mit einem Notfall konfrontiert wird und Erste Hilfe leisten muss,  steht unter starkem Stress. Schnelles Handeln ist notwendig. Für viele ein absolutes Horrorszenario. Und das vollkommen zu Recht: Viele Leute können sich kaum an ihren letzten Erste-Hilfe-Kurs erinnern, war er doch nur ein Pflichtteil der Führerscheinprüfung. Das ist nicht selten zehn oder 20 Jahre her.

Im Notfall: Ruhe bewahren

Wer Erste Hilfe leisten muss, ist in eine Situation geraten, die ihm fremd ist. Es müssen schnelle Entscheidungen getroffen werden, an denen vielleicht ein Leben hängt.
In dieser Lage ist es wichtig, die Ruhe zu bewahren. Der beste Weg ist, einmal tief durchzuatmen und das Geschehen bewusst zu betrachten. Der erste Schritt sollte immer sein, sich einen Überblick zu verschaffen. Kopfloses Handeln und unbedachte Reaktionen können sowohl die Verletzten als auch die Ersthelfer gefährden.

Nicht in Gefahr begeben!

Ersthelfer sind keine professionellen Rettungskräfte. Sie besitzen nicht die Ausrüstung und auch nicht das Wissen der Profis. Deshalb gilt: Niemand begibt sich in Gefahr!
Ersthelfer sollten gefährliche Situationen abschätzen und sich nicht hineinbegeben. Niemand sollte den Helden spielen. Versuche, über eine befahrene Autobahn zu laufen oder Personen aus brennenden Häusern zu retten, führen im schlimmsten Fall zu verletzten Ersthelfern. Wer unsicher ist, ob er sich einer Situation gefahrenlos nähern kann, hält Abstand, wählt den Notruf und lässt die Lage durch professionelle Rettungskräfte beurteilen.

112: Die Profis 

Ob bei einem Unfall auf der Autobahn oder wenn Oma bewusstlos ist: Über die Rufnummer 112 sind europaweit Rettungsdienst und Feuerwehr zu erreichen. Die speziell geschulten Mitarbeiter der Leitstelle schicken Hilfe und erklären am Telefon, was zu tun ist. So werden zum Beispiel Ersthelfer am Telefon bei einer Reanimation angeleitet.Egal, wie hektisch ein Notfall ist, der Notruf ist die wichtigste Maßnahme zur Versorgung der Verletzten oder Erkrankten. Auf diese Weise können Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei zum Ort des Notfalles entsandt werden, um zu helfen.

Übrigens: Die Notrufnummer 112 wurde flächendeckend erstmalig 1973 eingesetzt, vorher musste jeweils auf den einzelnen Rettungs- und Polizeiwachen angerufen werden. Dies führte oft zu langen Wartezeiten. 1969 verstarb deshalb der achtjährige Björn Steiger bei einem Autounfall. Diese Tragödie und das daraus folgende Engagement des Vaters, einen bundesweit einheitlichen Notruf einzuführen, gelten als Beginn des Notrufsystems, wie es heutzutage genutzt wird

Ich muss das sowieso nicht anwenden!“

Leider schieben viele es auf, ihre erste Hilfe-Kenntnisse aufzufrischen. Die Ausreden, warum es nicht notwendig ist, sind vielseitig: „Ich habe keine Zeit für einen erste Hilfe Kurs.“ oder „Wenn was passiert hilft doch die Feuerwehr.“ Viele hoffen schlichtweg, niemals in die Lage zu geraten, erste Hilfe leisten zu müssen.
Doch im Notfall muss gehandelt werden, gleichgültig wieviel Jahre der erste Hilfe Kurs zurück liegt. Es kann also jeder in die Situation kommen, plötzlich Ersthelfer zu sein. Wer sicher sein will, dass er im Notfall Leben retten kann, sollte in regelmäßigen Abständen Erste Hilfe Kurse oder entsprechende Fortbildungen besuchen.

Eine Frau im Neoprenanzug wird am Strand reanimiert. Daneben kniet ein Mann und alarmiert die Rettungskräfte.

Beim Sport, auf der Arbeit oder mit der Familie, Unfälle kommen ohne Vorwarnung. Wer weiß, was im Notfall zu tun ist und erste Hilfe leisten kann, ist Herr der Lage.

Erste Hilfe: Besonders bei Risikogruppen

Eine fundierte Ausbildung in erster Hilfe ist vor allem wichtig, wenn im Alltag Kontakt zu Risikogruppen besteht. Genaugenommen trifft das auf jeden zu. Denn Risikogruppen sind vielfältiger, als es auf den ersten Blick scheint: Alte Menschen, Kinder, aber auch Handwerker sind möglicherweise Risikogruppen. Während Kinder schnell Dinge verschlucken oder sich beim Herumtoben verletzen, sind alte Menschen anfällig für Herz-Kreislauferkrankungen und neigen häufig zu stürzen. Im Handwerk sorgen schwierige Arbeitsbedingungen, hohe körperliche Arbeitsbelastungen und Unfälle mit Werkzeug für ein starkes Verletzungsrisiko. Auch Autofahrer geraten schnell in die Situation, Erste Hilfe leisten zu müssen, denn Verkehrsunfälle sind häufig und unvorhersehbar. Jeder kann also im Alltag auf Notfälle treffen und helfen müssen.

Mit offenen Augen durch das Leben gehen

Nicht immer ist ein Notfall als solcher zu erkennen. Oft sind die Signale weniger deutlich Nicht immer gibt es Autowracks, wie zum Beispiel bei einem Verkehrsunfall. Vielleicht hat der Arbeitskollege plötzlich eine unklare Aussprache und der Gesichtsausdruck verändert sich. Es könnt ein Schlaganfall sein. Oder der gestresste Chef läuft plötzlich nicht rot, sondern blau an. Es könnte Atemnot sein. Es ist ratsam, auf ungewöhnliche Umstände zu achten. Scheint es der Dame am Nebentisch plötzlich schlechter zu gehen als noch vor fünf Minuten? Liegt der Obdachlose am Bahnhof schlafend neben seinem Rucksack auf dem Boden, obwohl er zuvor noch nach Kleingeld gefragt hat? Wer glaubt, dass sich ein Mitmensch in einer Notsituation befindet, sollte keine Angst haben und den Mut aufbringen, den Anderen anzusprechen. Oft hilft es, sein Gegenüber zu fragen, ob alles in Ordnung ist und ob Hilfe benötigt wird.

Die Vielfalt der Erste-Hilfe-Kurse

Erste Hilfe allgemein, Erste Hilfe für Kinder oder Wiederbelebungstraining – die Möglichkeiten eines Erste-Hilfe-Trainings sind umfangreich und vielfältig variabel. Zudem gibt es immer wieder neue medizinische Erkenntnisse, die dazu führen, dass sich Gelerntes durch neue Techniken erweitern lässt. Nicht zuletzt auch, weil die Möglichkeit besteht, spezielle erste Hilfe Kurse zu absolvieren, die auf ein besonderes Umfeld zugeschnitten sind. So können viele Anbieter für Erste-Hilfe-Ausbildung, wie die Johanniter oder das deutsche Rote Kreuz die Kurse auch auf besondere Bedürfnisse anpassen. So haben zum Beispiel Reiter die Möglichkeit, erste Hilfe bei Reitunfällen zu trainieren und Wanderer können sich auf Notfälle in den Bergen oder in abgelegenen Gebieten vorbereiten. In Absprache mit den jeweiligen Ausbildern ist es möglich, fast jedes Szenario oder Notfall nachzustellen und zu üben.

Erste Hilfe als Event

Erste Hilfe muss nicht langweilig sein. Im Gegenteil: Mit Freunden und Bekannten zusammen kann man in einem geselligen Rahmen sein Wissen vertiefen und für den Ernstfall trainieren. Auch als Firmen-Event eignet sich eine Auffrischung in erster Hilfe. Zudem ergibt sich die Möglichkeit, die Kollegen besser kennen zu lernen und die Teambindung zu erhöhen.
Auch Firmen mit besonderem Gefahrenpotential haben durch speziell abgestimmte Kurse die Möglichkeit, ihre Mitarbeiter zu schulen und besser auf ihre Arbeit vorzubereiten.

 

Einen weiteren interessanten Artikel zu Erster Hilfe bei Hitzschlag oder Sonnenstich gibt es hier: Sonne, Sommer, Kreislaufprobleme: Sonnenbrand, Hitzschlag und Co

Wer gerne weitere Informationen über Erste-Hilfe-Kurse erhalten möchte, kann sich z.B. bei den Johannitern jederzeit informieren.

 

 

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Verletzungsrisiken bei der Arbeit

Verletzungsrisiken bei der Arbeit

Wer arbeitet, nutzt dafür oft seine Hände. Kein Wunder also, dass die Verletzungsrisiken hier besonders groß sind. „Handverletzungen rangieren in der Statistik der Arbeitsunfälle mit Abstand an der Spitze“, teilt Petra Timm vom Personaldienstleister Randstad mit. Ein Drittel der bei den Berufsgenossenschaften oder der privaten Unfallversicherung gemeldeten Arbeitsunfälle betrifft dieses Körperteil. Der Fuß ist ebenfalls sehr häufig betroffen. Dies ist auch der Grund dafür, dass Arbeitshandschuhe und Sicherheitsstiefel zu den meistgenutzten persönlichen Schutzausrüstungen am Arbeitsplatz gehören. Am seltensten verletzt werden übrigens Hüfte, Oberschenkel und Bauch. Was viele nicht wissen: Neben falscher Handhabung von Arbeitsgeräten führt sehr oft Routine zu Unfällen. Daher sollten Beschäftigte auch bei ständig wiederkehrenden Tätigkeiten volle Aufmerksamkeit auf die einzelnen Arbeitsgänge legen und überprüfen, ob alle Arbeitsschutzvorrichtungen an Maschinen vorhanden sind. Nicht zuletzt sind eine ausreichend große Bewegungsfläche während des Arbeitsvorgangs und der sichere Stand wichtig. Ist ein Unfall passiert, muss schnell gehandelt werden: Dazu gehört zuerst die Alarmierung des Rettungsdienstes bzw. des Durchgangsarztes bei leichteren Verletzungen. (Advertorial)

 

Foto: Kzenon/Fotolia/randstad

Nach Arbeitsunfall richtig handeln

Nach Arbeitsunfall richtig handeln

Arbeitsunfälle bringen je nach Schwere viel Aufregung mit sich. Jetzt heißt es, kühlen Kopf zu bewahren. „Wenn es kein akuter Notfall ist, sollten Betroffene so schnell wie möglich einen Durchgangsarzt aufsuchen“, rät Petra Timm, Sprecherin des Personaldienstleisters Randstad. „Er ist von der gesetzlichen Unfallversicherung zugelassen und geschult.“ Adressen dieser Ärzte sind im Internet unter www.dguv.de zu finden. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, per Aushang über den zuständigen Durchgangsarzt zu informieren. Kommt der Beschäftigte zuerst ins Krankenhaus, müssen die Ärzte informiert werden, dass es sich um einen Arbeits- oder Wegeunfall handelt. Nach der Erstbehandlung ist dann wieder der Durchgangsarzt zuständig. Wer sich auf dem direkten Arbeitsweg verletzt, ist übrigens auch über die gesetzliche Unfallversicherung geschützt. (Advertorial)

 

Foto: Peter Atkins/Fotolia/randstad